Der Windpark in Südergellersen




Position:
53°11´53´´N, 10°17´34´´E
Zeit: 8:00 UTC
Wind: SW 4-5
Temperatur: 20°C
Was sich wie eine Schiffsmeldung anhört ist der Standort einer Windkraftanlage im Windpark bei Südergellersen in der Nähe von Lüneburg und die Wetterbedingungen an einem Tag im August 2008.
Jede Windkraftanlage muss einmal durch einen Sachverständigen geprüft werden. Dabei kommt die gesamte Technik, wie auch die Statik des Bauwerks, auf den Prüfstand. Ein häufig erkannter Mangel ist bei diesen Untersuchungen das Turmfundament, das im sichtbaren und bewitterten Bereich rund um den Turmschaft Risse aufweisen kann. Durch diese Risse kann Feuchtigkeit in den Beton gelangen und dies führt dann zu Korrosion der Stahlarmierung und gefährdet langfristig die Stabilität des Fundaments.
An zwei Windkraftanlagen im Windpark bei Südergellersen sollte genau aus diesem Grund eine Beschichtung des Betons erfolgen und der Übergang vom Fundament zum Turm sollte im Zuge dieser Maßnahme mit einer vliesverstärkten Flüssigkunststoffabdichtung ausgeführt werden. Der Windpark wurde im Jahr 2001 in Betrieb genommen und die Windenenergie¬anlage mit der internen Nummer 5 ist die 10.000ste Anlage, die von der Firma NEG Micon geliefert wurde.
Der Anlagenbetreiber entschied sich nach umfassender Beratung für das empfohlene Abdichtungssystem WIDOCRYL-PM.
WIDOCRYL-PM basiert auf PMMA-Harzen und wird als Abdichtung mit einem Polyestergittervlies armiert. WIDOCRYL-PM eignet sich ebenso gut ohne Armierung als Betonversiegelung.
Nach Abwägung aller auftretenden Einflüsse wurde entschieden, die horizontalen Betonflächen, einschließlich der senkrechten Außenkanten, mit einer Beschichtung zu versehen und die Verbindung zum Turm mit einer rissüberbrückenden und armierten Abdichtung einzudichten.
Vorbehandlung des Untergrundes
Der Beton wurde mit einem Diamantschleifer geschliffen, um Flechten und andere Verschmutzungen, aber auch noch vorhandene Zementschlämme, zu entfernen und auf diese Weise einen Untergrund mit einer ausreichenden Haftzugsfestigkeit vorzubereiten. Die Lackierung am Turm wurde mit einer 40er- Korundscheibe nur oberflächig angeraut. Eine weitere Beschädigung des Anstrichs muss ausgeschlossen sein.
Anschließend wurden beide Untergründe mit dem WIDOCRYL-Haftgrund PM grundiert und direkt mit Quarzsand, Körnung 0,4 -0,8 mm abgestreut.
Die Grundierung besteht aus einer Harzkomponente und einem Härter. Der Härter wird temperaturabhängig dosiert (siehe Tabelle). Die Quarzsandabstreuung dient der besseren Verkrallung der nachfolgenden Abdichtung und auch bei der Beschichtung wird der Haftverbund untereinander deutlich erhöht.
Die Abdichtung
Für die Abdichtung wurde WIDOCRYL-PM verwendet. Das Abdichtungssystem besteht, wie die Grundierung auch, aus einer Harzkomponente auf PMMA-Basis und einem Härter. Als Armierung wurde in diesem Fall ein Polyestergittervlies mit einem Flächengewicht von 165 g eingesetzt. Im ersten Arbeitsschritt wurde ein 25 cm breiter Abdichtungsstreifen eingebaut, der ca. 20 cm am Turm hochgeführt wird und ca. 5 cm auf die horizontale Fläche reicht und dabei die Fuge am Fußpunkt des Turmes überdeckt.
Bei der einen/ersten Anlage wurde ein zweiter, 15 cm breiter Streifen an die Rundung des Turmes angepasst und als Abdichtung in der Fläche aufgebracht. Beim zweiten Turm wurde auf diesen zweiten Anschlussstreifen verzichtet. Nach Ansicht der an der Ausführung Beteiligten sollte diese „abgespeckte“ Abdichtung ausreichen, um den kritischen Bereich am Fußpunkt des Turmes vor Rissbildung zu schützen.
Die so hergestellte vliesarmierte Abdichtung ist rissüberbrückend, dauerhaft elastisch, weichmacherfrei und uneingeschränkt UV-stabil, und dadurch alterungsbeständig.
Beschichtung
Auf der verbleibenden Betonfläche kam lediglich eine Versiegelung aus WIDOCRYL-Topsiegel PM zum Einsatz. Auch dieses Material besteht aus einer Harzkomponente und dem Härter. Die Materialbasis ist ebenfalls PMMA-Harz.
Das WIDOCRYL-Topsiegel PM wird in einer Dicke von ca. 0,8 mm aufgetragen. Um eine ausreichende Schichtdicke zu erzielen, empfiehlt es sich, das Topsiegel in zwei Arbeitsschritten aufzustreichen, wobei bei jedem Anstrich ungefähr 400 g verbraucht werden.
Wirtschaftlichkeit
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Turmschaft und Fundament bilden eine Einheit und die Dichtigkeit des Übergangs vom Fundament zum Turm ist dauerhaft gelöst. Auch unter Kostengesichtspunkten spricht alles für diese Ausführungsvariante. Der Preisvorteil gegenüber vollflächigen Abdichtungen oder Beschichtungen im Spritzverfahren des gesamten Fundamentsockels liegt bei ca. 50 %.
Alle Komponenten dieses Abdichtungs- und Beschichtungssystems sind für die Anwendung entsprechend modifiziert und haben dennoch die gleiche Materialbasis. Auch der Härter ist für Grundierung, Abdichtungsharz und Topsiegel gleich und kann so durchgängig verbraucht werden.