Flüssigkunststoff – umweltfreundlich?


Flüssigkunststoffe sind heute ein fester Bestandteil der Abdichtungstechnologie auf Flachdächern, Balkonen, Verkehrsflächen und ähnlichen Bauwerken oder Bauwerksteilen. Der Flüssigkunststoff hat sich dabei als Problemlöser im Anschluss und im Detail bewährt oder aber auch als Komplettabdichtung auf Flächen, die von der Konstruktion, der Geometrie oder wegen bauphysikalischer Besonderheiten keine andere Lösung zuließen.
Die Beschreibungen der Flüssigkunststoff-Technologie in den „Regeln für Abdichtungen“ des Deutschen Dachdeckerhandwerks und in der DIN EN 18531 belegen dies nachdrücklich.
Besondere Bedeutung haben Flüssigkunststoffe aus Polyesterharzen, Polyurethanen und Polymethylmethacrylaten erlangt und für diese Produkte ist ein bauaufsichtlicher Verwendbarkeitsnachweis erbracht. Der Nachweis der Gebrauchstauglichkeit kann durch ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP) oder mit der Europäisch Technischen Zulassung (ETA) nach ETAG 005 erfolgen. Wirtschaftliche Bedeutung besitzen ausschließlich ETA´s.
Flüssigkunststoffe zeichnen sich durch einen geringen Materialverbrauch und eine lange Lebensdauer aus. Dadurch werden natürliche Ressourcen geschont und die verfügbaren Geldmittel sinnvoll und nachhaltig eingesetzt.
Neben den lösemittelhaltigen Produkten auf Polyester- und PMMA-Basis gewinnt die Gruppe der Polyurethane immer größere Bedeutung. Wobei zwischen den einkomponentigen, lösemittelarmen und den absolut lösemittelfreien 2-K-Polyurethanen unterschieden wird. Aber auch die schnellreagierenden PMMA-Harze werden zukünftig eine wichtige Rolle bei den Flüssigkunststoffen spielen.
Denn durch die kurzen Reaktionszeiten ist die Freisetzung von flüchtigen Monomeren gering.
Die Zukunft ist lösemittelfrei
Lösemittelfreie Flüssigkunststoffe werden schon jetzt bei Abdichtungsarbeiten an Krankenhäusern, Kindertagesstätten und sonstigen sensiblen Bereichen eingesetzt. Überall dort, wo eine Geruchsbelästigung durch Lösemittel weitgehend vermieden werden soll. Auch der Arbeitsschutz darf nicht außer Acht gelassen werden. So gilt es immer mehr, die Verarbeiter vor Ort nicht mehr als notwendig einer Lösemittelemission auszusetzen. Auch wenn während der Verarbeitung im Freien die Grenzwerte nur sehr selten erreicht werden.
Lösemittelfreien Produkten gehört die Zukunft. Aber auch die Ökologischen Fakten sind entscheidend. So ist eine Unabhängigkeit von dem Rohstoff Erdöl wünschenswert und eine Vermeidung von CO2-Emissionen vorrangiges Ziel. Also insgesamt eine Verbesserung der Ökobilanz.
Zweikomponentige Polyurethan-Flüssigkunststoffe werden heute zu einem großen Teil aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Das heißt, dass die Harzkomponente aus Biopolyolen besteht, die aus Ölpflanzen gewonnen werden. Bei den meisten Biopolyolen wird Rizinusöl als Rohstoff verwendet. Rizinusöl ist aber ein sehr begehrtes Produkt, dass auch in der Textilindustrie für die Herstellung von Kunstfasern verwendet wird. Rizinus wird in den Subtropen, z.B. in Indien, angebaut, von dort stammt auch der größte Teil der Weltproduktion. Aber eigentlich widersprechen die langen Transportwege einem Produkt, das nach ökologischen Grundsätzen ausgewählt wird.
Raps statt Rizinus
Das Biopolyol, das in WIDOPUR-LF 2K verwendet wird, wird aus Rapsöl hergestellt. Ein heimischer Rohstoff, der sozusagen vor der Tür verfügbar ist. Bis zu 50% der Harzkomponente bestehen aus diesem Rohstoff.
WIDOPUR LF 2K - Aus nachwachsenden Rohstoffen
In Verbindung mit der Armierung aus einer Kombination von Polyestervlies und Gewebe entsteht eine hochflexible, dauerhaft elastische Abdichtung, die allen Einflüssen aus dem Niederschlag und aus der Luft widersteht und auch eine ausreichende mechanische Festigkeit bietet.