Grossmarkt
Der Bauch von Berlin. Die Sanierung der Berliner Großmarkthallen.




Nachdem im 2. Weltkrieg die Zentralmarkthalle am Alexanderplatz zerstört war und die Teilung der Stadt vollzogen war, fehlte zunächst die notwendige Infrastruktur, um die Bevölkerung mit frischen Lebensmitteln zu versorgen.Es war eben noch die Zeit der regelmäßigen Wochenmärkte, der kleinen Lebensmittelhändler an der Ecke und der ?Tante-Emma-Läden?. Supermärkte und Einkaufszentren kannte man zu dieser Zeit noch nicht. Der Plan für einen neuen Großmarkt existierte bereits seit dem ersten Weltkrieg, aber erst im Dezember 1962 wurde dem geänderten Bebauungsplan für das Gelände an der Beusselstraße zugestimmt. Das Gelände an der Beusselstraße lag trotz der veränderten politischen Lage immer noch verkehrsgünstig. Westhafen und Autobahnanschluß befanden sich direkt vor der Tür. Von Kriegsende bis zur Übergabe der ersten, der Frucht- und Gemüsehalle im März 1965, war der Großmarkt in den Hallen der Askanierwerke untergebracht. Der Umzug des Fleischmarktes erfolgte 2 Jahre später. Eine Halle auf dem Gelände an der Beusselstraße, die während der Chruschtschow-Krise 1958 als Lagerhalle gebaut worden war, wurde umgebaut und modernisiert. Man kann zwar von den Gebäuden auf dem Großmarktgelände nicht ungedingt von Baudenkmälern sprechen, doch die eigenwilligen Betondachkonstruktionen aus HP-Schalen und anderen geometrischen Formen dokumentieren das Bemühen mit den vorhandenen technischen Mitteln nach möglichst stützenfreien Hallenflächen. So sind sie doch ein Zeitzeugnis der Industriearchitektur in der Nachkriegszeit und den beginnenden 60er Jahren.Als die ersten Dachflächen zur Sanierung anstanden, stellte sich die Frage nach der Abdichtungsart und nach der Abdichtungsmethode.
Man suchte ein Abdichtungssystem, mit dem abschnittweise Teilsanierungen möglich sind, ohne den alten Dachaufbau abzureißen und so auch den Betrieb in den Hallen aufrecht zu halten. Auch waren die finanziellen Mittel für großflächige Sanierungen knapp. Und zum Teil war die Erneuerung der Flächenabdichtung auch noch nicht notwendig, da sich Undichtigkeiten überwiegende an Dachdurchdringungen zeigten und die Flächen zum großen Teil noch funktionsfähig waren.Die komplizierten Formen der HP-Schalen des Fleischmarktes oder fast kuppelartigen Konstruktionen des Obst- und Gemüsemarktes forderten spezielle Problemlösungen. Dazu kam eine Vielzahl von Anschlüssen an Lichtkuppeln, Lüfterschächte und Klimatechnik, die sicher und auf Dauer zuverlässig eingedichtet werden mußten.Für die Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten der Dachabdichtungen entschied sich die Großmarktverwaltung für das Abdichtungssystem WIDOPAN.
WIDOPAN-FD ist ein Flüssigkunststoff-Abdichtungssystem, das mit einem Polyestergittervlies als Armierung verstärkt wird. Die Materialbasis ist ungesättigtes Polyesterharz, es ist ohne flüchtige Weichmacher dauerelastisch und daher witterungs- und alterungsbeständig und durch die temperaturabhängige Zugabe des Beschleunigers ist eine Verarbeitung des Materials bis -5 °C möglich.
Bis heute wurden von der Großmarktverwaltung in den vergangenen 2 Jahrzehnten aber nicht nur die Frucht- und Gemüsemarkthalle und der Fleischmarkt auf dem Großmarktgelände an der Beusselstraße, sondern auch der Blumengroßmarkt und die Eisenbahnhalle im Bezirk Kreuzberg sowie die Arminiushalle in Alt-Moabit und weitere Teil- und Kleinflächen mit dem Flüssigkunststoff-Abdichtungssystem WIDOPAN-FD abgedichtet.
Die regelmäßige Inspektion der Dächer zeigt auch bei den ältesten Flächen keine Ermüdungserscheinungen des Abdichtugnsmaterials und die volle Funktionsfähigkeit der Abdichtung und der Anschlüsse an Durchdringungen und Einbauteile.
So ist durch die Langlebigkeit der WIDOPAN-Abdichtung auch in den nächsten Jahren sichergestellt, daß die Geschäfte im Großmarkt im Trockenen sind.